Epiretinale Gliose / Makula Pucker

Was ist eine epiretinale Gliose?

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Die epiretinale Gliose (auch Makula Pucker oder epiretinale Membran genannt) bezeichnet eine Erkrankung der Grenzfläche zwischen Glaskörper und Netzhaut am hinteren Augenpol.

Hierbei kommt es durch unterschiedliche Auslöser und Mechanismen zur Entstehung einer Narbenmembran auf der Oberfläche der Netzhaut. Mögliche Ursachen einer Gliose sind u.a zurückliegende Verletzungen des Auges, Entzündungen des Augeninneren (Uveitis), vorausgegangene Augenoperationen und Netzhautlöcher bzw. -risse. Jedoch kann in etwa 50% der Fälle kein sicherer Auslöser der Erkrankung identifiziert werden.

Die Wachstumgsgeschwindigkeit einer epiretinalen Membran ist individuell unterschiedlich. Meist liegt jedoch ein langsames Wachstum über Monate und Jahre vor. In einigen Fällen können epiretinale Gliosen über viele Jahre stabil und unverändert bleiben.

Welche Symptome können auftreten?

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Eine epiretinale Giose kann zu unterschiedlichen Sehstörungen führen. Hierzu zählen u.a.:

Verzerrtes Sehen, welliges Sehen, vergrößertes/verkleinertes Sehen, unscharfes Sehen, nebliges Sehen


Ein Hinweis für das Vorliegen einer Gliose kann z.B. ein auffälliger Amsler-Gitter-Test sein. Je nach Ausprägungsgrad können Beschwerden beim einäugigen oder beidäugigen Sehnen vorliegen.

Ob Sie an einer epiretinalen Gliose leiden kann sowohl bei der ärztlichen Untersuchung des Augenhintergrunds als auch mittels optischer Kohärenztomographie (OCT) festgestellt werden.

Wie kann man eine epiretinale Gliose behandeln?

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Eine operative Therapie der Gliose ist immer dann sinnvoll, wenn  subjektive Beschwerden, eine nachweisliche Progression des Befundes oder eine hierdurch bedingte, signifikante Reduktion der Sehschärfe vorliegt.

Die Therapie der epiretinalen Gliose besteht in der mechanischen Entfernung der Membran von der Netzhautoberfläche. Um dies zu ermöglichen erfolgt eine Entfernung des Glaskörpers (s.g. Vitrektomie) in Kombination mit einer mikrochirurgischen Membranentfernung (Peeling).

Was kann ich nach einer OP erwarten?

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Nach erfolgreicher Operation (Vitrektomie) mit Entfernung der epiretinalen Gliose kommt es idR zu einer Dickenabnahme und Rückbildung der traktiven Veränderungen der Netzhaut. In den allermeisten Fällen ist es möglich die bestehende Sehkraft zu stabilisieren und eine weitere Verschlechterung zu vermeiden. In einigen Fällen ist es sogar möglich die Sehkraft signifikant zu verbessern.

Lagen präoperativ Verzerrungen bzw. welliges Sehen (s.g. Metamorphopsien) vor, kommt es nach erfolgreicher OP häufig zu einer Abnahme dieser Veränderungen. Auch ein Anstieg der Sehschärfe ist möglich, hängt jedoch von zahlreichen Faktoren ab wie u.a. Krankheitsdauer, bestehende Netzhautschäden, weitere Augenerkrankungen, uvm.

Eine Erholung der Sehkraft und Abnahme der Verzerrungen kann nach Entfernung der epiretinalen Gliose bis über 12 Monate nach erfolgreicher Operation andauern. Hier ist Geduld gefragt.

Normalbefund

Veränderte Netzhautkontur bei epiretinaler Gliose

Links: Epiretinale Gliose vor Operation / Rechts: Befund nach erfolgreicher Operation

Epiretinale Gliose mit Netzhautfältelung